HAIR

The American Tribal Love Rock-Musical

 

 

61. Gandersheimer Domfestspiele

Premiere: 29.06.2018

Buch und Text:

Gerome Ragni und James Rado

Musik

Galt MacDermot

 

 

Deutsche Fassung von Nico Rabenald

unter Verwendung der Liedtexte von Walter Brandin

Inszenierung, Choreographie:

Marc Bollmeyer

 

Musikalische Leitung: 

Prof. Patricia Martin 

ÜBER DAS STÜCK

Lange Haare, „verschmuddelte“ Kleidung, zerrissene Bluejeans und „Opa-Mode“ mit Weste, waren beliebte Symbole für die Protesthaltung gegenüber dem „Establishment“. Hair entstand und spielt in den späten 1960er-Jahren. Die USA führten den Vietnamkrieg und etwa 500.000 junge Amerikaner waren zu diesem Zeitpunkt dort eingesetzt. Das Stück erzählt die Geschichte einer Gruppe langhaariger (daher der Name des Musicals) Hippies, die in der Stadt New York leben und lieben und sich gegen die Einberufung als Soldaten für den Vietnamkrieg und das Establishment auflehnen. Der frisch vom Land hinzugestoßene Claude, die junge Sheila und ihr charismatischer Zimmergenosse Berger leben in einer Dreiecksbeziehung lustvoll aber ziellos in den Tag hinein. Das Stück beschreibt die Gefühle vieler junger Leute dieser Zeit, insbesondere aber die der so genannten „Hippie-Kultur“. Die „Hippies“ waren von den Studentenrevolten beeinflusste Jugendliche vorwiegend der bürgerlichen Klasse: Studenten, Schüler, aber auch „Ausgeflippte“.

Claude gerät, hin und her gerissen zwischen den patriotischen Impulsen seiner bürgerlichen Herkunft und den im Kreise seiner neuen Freunde erstarkten pazifistischen Idealen, in einen inneren Konflikt, denn mit Eintreffen der Einberufung muss er sich entscheiden, ob er – wie die anderen – den Kriegsdienst verweigern (und damit eine drohende Gefängnisstrafe und gesellschaftliche Ächtung in Kauf nehmen) oder seine pazifistischen Ideale missachtend, sich der militärischen Autorität unterwerfen, Menschen töten und sein Leben in Vietnam riskieren soll.

 

Die Autoren formulierten die Unruhe dieser jungen Generation: Protestschrei und provokative Aktion, mystische Wirklichkeitsflucht und philosophische Spekulation. Der Härte mancher Texte stehen Passagen zarter Poesie gegenüber. Der Widerspruch in der Form macht die Spannung des Inhaltes deutlich. So entstand ein Material, das den Leser oder Hörer beansprucht und zuweilen sogar erschreckt.